Unvergessen bleibt das große DFB-Pokalspiel gegen den HSV, der als Bundesliga Spitzenreiter ins Eppinger Kraichgaustadion kam und sein blaues Wunder erlebte.
Am 26.10.1974 und vor 15.000 Zuschauern blamierten sich die HSV-Stars bis auf die Knochen und verloren mit 1:2.
Der gefeierte Pokalheld war der zweifache Torschütze Gerd Störzer.
Damit machte sich der VfB einen Namen als „Kraichgau Bomber“ oder „HSV Killer“.
Diese Begegnung ist so etwas wie die "Mutter aller Sensationen".
Weitere Informationen in der Vereinschronik von Ralph Fisher.
Text und Bilder: Ralph Fisher
Mit dem Aufstieg der 2. Mannschaft in die Kreisliga Sinsheim, feiert der VfB in diesem Jahr auch sein 90 jähriges Vereinsbestehen.
Noch lange bevor man überhaupt von Hoffenheim hörte, schrieb der VfB in seiner recht jungen Vereinsgeschichte große Bundesligageschichte im Kraichgau.
Berühmte fußballerische Persönlichkeiten gaben sich im Eppinger Waldstadion schon die Ehre, wie z.B. der Rekordmeister FC Bayern München, der 1968 zu einem Freundschaftsspiel in Eppingen gastierte.
Dies ist ziemlich beeindruckend, wenn man bedenkt, dass Beckenbauer und Co. damals im kleinen Eppinger Stadion zu sehen waren.
Unvergessen bleibt das große DFB-Pokalspiel gegen den HSV, der als Bundesliga Spitzenreiter ins Eppinger Kraichgaustadion kam und sein blaues Wunder erlebte.
Am 26.10.1974 und vor 15.000 Zuschauern blamierten sich die HSV-Stars bis auf die Knochen und verloren mit 1:2.
Der gefeierte Pokalheld war der zweifache Torschütze Gerd Störzer.
Damit machte sich der VfB einen Namen als „Kraichgau Bomber“ oder „HSV Killer“.
Diese Begegnung ist so etwas wie die "Mutter aller Sensationen".
Der VfB Eppingen gewann danach auch noch sein Drittrundenspiel, erneut mit 2:1 in Sandhausen, bevor im Achtelfinale nach einem 0:2 gegen Werder Bremen „Schluss mit lustig war“.
In der Saison 1981/82 spielte Eppingen sogar in der damaligen 2. Bundesliga Süd.
Auf dieser Seite wird Ihnen ein wenig die Geschichte des Fußballvereins des kleinen Kraichgaustädtchens, der sich in der Region, aber auch bundesweit einen Namen im deutschen Fußball verdient gemacht hat, näher gebracht.
Am 14. August 1922 genehmigt der Gemeinderat einen neuen Sportplatz im Hardtwald. Trotzdem dauert es bis 1924, bis der Platz abgesteckt und in viel Eigenleistung und mit Notstandsarbeiten hergestellt wird.
Am 17. August 1924 wird der Waldsportplatz beim Villa Waldeck eingeweiht und gilt „lange Zeit als die „schönste Platzanlage des Elsenzgaus“.
Der Sieg gegen Hirschhorn bringt 1929 dem VfB Eppingen die Gaumeisterschaft und den Aufstieg in die Kreisliga Neckar.
Nachdem sich 1926 einige Fußballer vom VfB Eppingen getrennt und einen eigenen Verein gegründet haben, den FC Eppingen, kommt man im November 1929 zu der Einsicht, dass sich zwei Vereine eher gegenseitig behindern, so dass sich der FC Eppingen wieder auflöst und die Mitglieder dem VfB Eppingen eintreten.
1930 gründet sich eine Boxabteilung
Mit einem dreitägigen Fest wird das 10- jährige Jubiläum des Vereins 1931 gefeiert.
1932 bis 1933 erfolgt die Neuherrichtung und Trockenlegung des Sportplatzes unter der Leitung von Fritz Kirchgeßner. Am Clubhaus wird ein massiver Geräte- und Duschraum mit Badeöfen angebaut. Rund um den Platz werden Sitzbänke erstellt.
Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 macht auch vor dem Vereinsleben nicht halt. Der aktive Spieler W. Spiess, der politisch mit der Kommunistischen Partei sympathisiert, wird in „Schutzhaft“ genommen.
Der VfB Eppingen muss seine Satzung 1935 und 1939 der „Einheitssatzung“ anpassen, die der NS- Reichsbund für Leibesübungen vorgibt.
Der Vereinsvorsitzende heißt nun „Vereinsführer“, der Verein darf keine jüdischen Mitglieder haben.
Die nach 1929 einsetzende Weltwirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit führt zur Abwanderung von Spielen und Mitgliedern, Reichsarbeitsdienst und Wehrdienst tun ihr übriges um die Mitgliederzahlen schrumpfen zu lassen.
Im Juli 1934 muss der Verein beantragen, von der Neckarliga in die 1. Mannschaft der Kreisklasse II rückversetzt zu werden, da der Verein die weiten Anfahrtswege finanziell nicht tragen kann.
1935 wird Otto Kiehnle zum 1. „Vereinsführer“ gewählt.
Zum Heimattag 1938 veranstaltet der VfB Eppingen Staffelläufe und Fußballspiele.
Der Zweite Weltkrieg bringt den Spielbetrieb zum Erliegen. Die Pokale und Trophäen wandern am 20. April 1940 in die Metallspende. Nur die Jugendmannschaften spielen noch, bis sie 1942 auch zu RAD- und Wehrdienst eingezogen werden.
Anfang 1945 hat der Verein nur noch 19 Mitglieder. Von 112 Soldaten sind 24 gefallen, 3 im Wehrdienst gestorben, 9 vermisst, 6 starben bei einem Jagdbomber- Angriff in Eppingen.
Am 18. September 1945 findet nach Kriegsende die erste Spielbesprechung im „Eichbaum“ statt. Karl Schmitt löst Otto Kiehnle als Vereinsvorsitzenden ab.
Im November 1945 wird der Antrag auf Eröffnung des Spielbetriebs von der US- Militärregierung genehmigt, nachdem schon die ersten Spiele mit dem Nachwuchs und ersten Heimkehrern gespielt wurden.
Der Verein wird in den gegründeten Süddeutschen Fußballverband aufgenommen.
Am 6.Januar 1946 laden der Beauftragte des Süddeutschen Fußballverbands, Edmund Kiehnle, und die Vorstände der umliegenden Vereine zu einer Besprechung ein, bei der die Spielleiter gewählt, eine Schiedsrichtergruppe aufgestellt und die Verbandsrunde (die 1. im Landkreis Sinsheim) eingeteilt wird.
Am 21. Juli 1946 gibt es eine kleine Feier zum 25jährigen Jubiläum. Die Mitgliederzahlen steigen langsam wieder.
Karl Thomä wird 1946 zum 1. Vorstand gewählt, ebenso wieder im Oktober 1947, bis er nach seiner Wahl zum Eppinger Bürgermeister im Februar 1948 von Theodor Wieser abgelöst wird.
1946 wird die Handballabteilung gegründet, 1947 der Boxsport wiederbelebt.
1947/1948 gibt es kurze Zeit auch eine Tischtennisabteilung.
Am 26. September 1948 erringt die 1. Mannschaft des VfB Eppingen mit dem Sieg über Epfenbach den Kreispokal, ebenso am 30. April 1950 gegen Eschelbronn.
Otto Kiehnle wird am 12. Januar 1949 zum 1. Vorstand gewählt.
1949/50 hat der VfB Eppingen 343 Mitglieder.
Im Mai 1950 wird Emil Hofmann zum 1. Vorsitzenden gewählt und im März 1951 wiedergewählt.
Die Generalversammlung wählt 1951 den Sparkassenbeamten Emil Müller zum neuen 1. Vorsitzenden.
Die Handballabteilung löst sich 1952 wieder auf.
Auch die Boxstaffel tritt am 11. August 1952 zum letzten Mal geschlossen auf.
Das Clubhaus ist Ende der Fünfzigerjahre zu klein und inzwischen altersschwach. Unter dem Vorsitzenden Knörzer wird 1960 ein Neubau geplant und abschnittsweise umgesetzt.
Die Einweihung des ersten Bauabschnittes des neuen Klubhauses findet am 28. Juli 1962 statt.
1967 wird der Kaufmann Hugo Koch Nachfolger von Karl Knörzer als 1. Vorstand.
Im selben Jahr findet auch eine Fußballwerbewoche zur Einweihung des Kraichgaustadions statt, dessen Bau vom TV Eppingen angeschoben und von der Stadt Eppingen errichtet wurde.
Rechtzeitig zum Spiel gegen den FC Bayern München am 26. Juli 1968 ist der große Gaststättenraum am Clubhaus fertig gestellt.
Der VfB Eppingen spielt vor 10.000 Zuschauern gegen den Erstligisten und Deutschen Meister FC Bayern München 2:2.
1971 erhält der VfB Eppingen einen Hartplatz mit Flutlicht und der Umkleidetrakt des Clubhauses wird erweitert. Zur 50- Jahrfeier des Vereins vom 18. – 21. Juni gibt es ein dreitägiges Programm.
1973 erscheint der „Stadionkurier“ das erste Mal als Vereinszeitschrift.
Die erste Mannschaft des VfB Eppingen erarbeitet sich den Spitznamen „Kraichgaubomber“ und gewinnt 1973 und 1974 den Nordbadischen Pokal.
Im DFB-Pokalspiel am 26.Oktober 1974 schlägt der VfB Eppingen den Hamburger SV in Eppingen 2:1 vor 15.000 Zuschauern im Kraichgau – Stadion.
Die VfB Mannschaft besteht aus den Spielern Gebhard, Lietzau, Götter, Rupp, Schiek, Kern, Welz, Wirth, Breunig, Störzer, Autz (Auswechslungsspieler: Pahr, Volandt). Die Presse kürt sie zum „HSV Killer“ und spottet über den Verlierer.
Am 15. März 1975 verliert der VfB Eppingen gegen den SV Werder Bremen 0:2.
Es kommen 20.000 Zuschauer ins Stadion in der Hoffnung, dass sich das Wunder von 1974 wiederholt. Die Presse titelt: „Werder stoppt den Pokalschreck Eppingen“- „Werder rächt HSV“.
Der VfB Eppingen wird 1975 und 1979 Nordbadischer Meister.
Am 22. Juni 1975 spielt die erste Mannschaft gegen den FC Rio Fluminense aus Brasilien und erreicht ein 2:2.
Der VfB Eppingen ist 1980 Vizemeister der Amateur-Oberliga Baden-Württemberg.
Bei einer heftig umstrittenen Debatte wegen der schwierigen finanziellen Lage am 30. Mai im Clubhaus beschließt die Generalversammlung des Vereins den Aufstieg.
Zum neuen Saisonstart in der 2. Bundesliga – Süd (08.08.1980 – 30.05.1981) wird der VfB – Platz im Wald in ein richtiges Waldstadion umgebaut. Am 21. September 1980 belegt Eppingen den 12. Rang, beschließt die Saison aber als Schlusslicht und mit über 300.000 DM Schulden.
1981 formiert sich eine Damenfußballmannschaft, die nur bis 1986 besteht.
1981/82 steigt der VfB Eppingen in die Oberliga Baden–Württemberg ab und 1982/83 folgt der Abstieg in die Verbandsliga. Der VfB hält sich in den folgenden Jahren in der Verbandsliga mit sehr unterschiedlichem Erfolg:
1984/85 beendet der VfB Eppingen die Saison auf dem 4. Tabellenplatz.
1986/87 reicht es nur für den viertletzten Platz.
Werner Habiger beginnt 1987 als Trainer beim VfB Eppingen.
1989/90 ist der VfB wieder Nordbadischer Meister.
Den letzten Kreispokal für die Mannschaft erspielen 1989 Leyrer, Janicek, Bartsch, Hillius, Hundemer, Geiger (ab 84. Kögel), Habiger, Wittmer, Fackler, Lendway, Haug (Schwass).
Ab 1990 wird die Teilnahme an den Kreispokalspielen auf die unteren Klassen beschränkt.
Bei den seit 1989 regelmäßig ausgetragenen Eppinger Stadtmeisterschaften, bei denen die Mannschaften der Stadtteile gegeneinander antreten, kann der VfB bis 2010 insgesamt 16 Siege verbuchen.
Das Kraichgau- Stadion erhält 1990 ein Kleinspielfeld, wofür ein Stück des Zuschauerwalls entfernt wurde.
In der Spielsaison 1990/91 schafft der VfB wieder einen Aufstieg in die Oberliga.
Der Beginn der 1990er Jahre ist eine schwierige Zeit für den Verein:
1991/92 steigt der VfB in die Verbandsliga ab.
1992/93 folgt der Abstieg in die Landesliga.
1993 kommt Werner Habiger als Trainer zurück zum VfB Eppingen.
Am Ende der Saison 1995/96 erreicht der VfB immerhin einen dritten Tabellenplatz.
1994 bekommt das Kraichgau- Stadion eine Flutlichtanlage.
Der Hartplatz wird mit Rasen bepflanzt.
2000 wird das Kraichgau – Stadion nach eineinhalbjähriger gründlicher Sanierung wieder eingeweiht.
1997 bis 2001 spielt der VfB mit mehr oder weniger Erfolg in der Verbandsliga Nordbaden, steigt dann in die Landesliga Rhein-Neckar ab.
2003 spielt er nur in der Bezirksliga Sinsheim, bevor der Wiederaufstieg gelingt.
2004 steigt der VfB Eppingen über die Landesliga wieder in die Verbandsliga Nordbaden auf, und steigt 2007 wieder in die Landesliga ab.
Seit 2008 spielen auch die Frauen wieder mit.
In Kooperation mit der AOK Heilbronn wird das Projekt AOK-Fußball-Girls gestartet, das Mädchen von 8 – 16 Jahren Fußballtechnik und –taktik vermittelt.
Als das Projekt 2010 ausläuft, gründet der VfB vier Juniorinnenteams, die von Michael Nemitschek betreut werden.
2010 bekommt der VfB Eppingen einen Kunstrasenplatz.
Das alte Clubhaus wird von Vereinsmitgliedern eigenhändig abgerissen, der Neubau wird am 20.8.2011 eingeweiht.
Des Weiteren besteht seit 2010 eine enge Verbundenheit zwischen dem VfB Eppingen und dem Karlsruher Sportclub.
Als Ziel setzen sich die beiden Vereine, sich um die Nachwuchsförderung zu kümmern.